Das Steinbeil

Steinbeil

Das Müllheimer Steinbeil. Halbfabrikat aus feinkörnigem Grüngestein. Fundort: östlich der Strasse Rank-Maltbach. Breite oben: 5,3 cm Breite der Schneide: 5,6 cm Länge: 10,1 cm Dicke: bis 4 cm.


Fundmeldung
1999.012

Anlässlich der Führung „Haben Sie schon Gold gefunden“ vom 7. Februar 1999 im Museum für Archäologie wurde mir von Herrn Bernhard Kummer ein Steinbeil abgegeben.

Finder: Herr Bernhard Kummer (Landwirt)

Fundort: Gemeinde Müllheim, östlich des Hofes Rank, nördlich der Hauptstrasse und
südlich der Flur Witengraben. Unmittelbar neben der Stromleitung. Das Objekt fand sich auf der Ackeroberfläche. Der Finder konnte keine weiteren Besonderheiten wie Steinkonzentrationen, Verfärbungen etc. im Fundbereich ausmachen. Landeskoordinaten: 716‘550 / 273‘180 / 403 (vgl. Fundplan). Das Fundgelände ist flach und steigt im Norden sanft gegen den Lemperg an. Im Bereich der Hangterrasse darf durchaus mit einer jungsteinzeitlichen $iedlungsstelle gerechnet werden. In der Nähe fand sich 1846 ein Steinkistengrab mit bronzezeitlichem Fundmaterial (Schwert, Dolch).

Funddatum: Das Steinbeil wurde vor etwa 15 Jahren entdeckt (1999-15): ca. 1984.

1999.012.1 Steinbeil-Haibfabrikat (?) aus feinkörnigem Grüngestein. Das Objekt ist
proximal alt gebrochen, so dass über den Nacken nichts ausgesagt werden kann. Der Querschnitt ist rechteckig-oval. Die Oberfläche weist grossflächig feine Pickspuren auf, die nur stellenweise überschliffen sind. Die leicht gebogene Schneide ist  emerkenswerterweise stumpf geschliffen und weist eine einzige, tiefe Äussplitterung auf. Entweder wurde das Stück sekundär als Reibstein verwendet oder aber das Beil zerbrach bereits im halbfertigen Zustand. Anhand der Pickspuren dürfte die zweite Version zutreffender sein. Die Oberfläche ist schwach patiniert und trägt feine, moderne Kantenbestossungen. Rostspuren weisen auf eine mechanische Beanspruchung durch landwirtschaftliche Geräte hin. L. (101 mm), B. Mitte 53 mm, B. Schneide 56 mm, D. Mitte 40 mm. Formal datiert das Steinbeil in die Jungsteinzeit, wahrscheinlich in die Pfyner Kultur.

Bearbeiter: Urs Leuzinger, 16.2.1999