17. Vier Gedenkstätten

 

Das Wichtigste in Kürze:

  • Für Thomas Bornhauser wurde an der Südmauer der evangelischen Kirche ein Grabstein zum ehrenden Andenken angebracht.
  • Eine Gedenktafel wurde an der Hauswand des Geburtshauses von Johann Wepf angebracht.
  • Der Grabstein von Johann Wepf befindet sich in der nordwestlichen Ecke des Friedhofs.
  • An die während der Internierung verstorbenen Bourbakisoldaten erinnert ein Gedenkstein am östlichen Rand des Friedhofs.

Grabstein Thomas Bornhauser

Thomas Bornhauser aus Matzingen war wohl der berühmteste Pfarrer Müllheims. Er wirkte zuvor in Arbon und Weinfelden und kam 1851 in unser Dorf. Er war ein weit herum bekannter und geschätzter Schriftsteller, der den Aristokraten in Zeitungsartikeln und Flugschriften den Kampf ansagte. Er trug massgeblich zur politischen Reorganisation des Thurgaus mit der neuen Verfassung von 1831 bei.

Grabstein von Thomas BornhauserVon seinen Freunden als „thurgauischer Tell“ bejubelt, fand er bei den Konservativen mit seinen Forderungen nach Rechtsgleichheit und Freiheit kein Gehör. Seine Feinde trachteten ihm angeblich sogar nach dem Leben. Im Januar 1831 soll der Advokat Konrad Häberlin versucht haben, ihn zu ermorden.

Bornhauser wurde Mitglied des kantonalen Erziehungsrates und Präsident des evangelischen Kirchenrates. Er starb in Müllheim; sein Grabstein ist zu ehrendem Andenken an der Südmauer des Kirchenschiffs angebracht.

Der Text auf dem Grabstein (in gotischer Schrift) lautet:

„Hier ruht
Thomas Bornhauser
Präsident des evangelischen Kirchenrathes
und Pfarrer in Müllheim

geb. d: 26. Mai 1799
gest. d: 9. März 1856

Ruhe wohl, mein Gatte in der Erde,
Ruhe wohl, von Schmerz und Leiden los,
Bis ich einst vereinigt mit Dir werde,
Bis auch ich find jenes sel’ge Loos.

Schlummernd miss ich Dich an meiner Seite,
Wachend ist dein Bild mein Geleite,
Liebe strömt im Tode noch durchs Herz
Wiedersehen einzig stillt den Schmerz.“

 

Johann Wepf: Gedenktafel am Haus Kreuzlingerstr. Nr.43 

Das Gebäude gehörte um 1800 der Familie Wepf. Johann, der darin 1810 geboren wurde, übernahm das Ganze im Jahre 1879.

Von Beruf war Johann Wepf  zunächst Schreiner, beschloss aber, Lehrer zu werden. Er hoffte, so seiner grossen Liebe, der Musik, näher zu kommen. Als Sänger, Dirigent und Komponist war er erfolgreich, als Lehrer bekundete er einige Mühe.

Tafel

Er wirkte an verschieden Orten und kehrte 1863 nach Müllheim zurück, wo er auch starb und beerdigt wurde. Er komponierte zum Text von Johann Ulrich Bornhauser das Thurgauerlied: „O Thurgau, du Heimat … “

Die Tafel hat folgenden Wortlaut:
„Geburtshaus von
JOHANN WEPF
Komponist des Thurgauerliedes
1810 – 1890″

Johann Wepf: Grabstein auf dem Friedhof Storenberg

In der nordwestlichen Ecke des Friedhofs steht unter einer Hagebuche ein besonderer Grabstein.Grab

Die Inschrift darauf hat folgenden Wortlaut:

„Joh. Wepf
Alt Lehrer
Componist
1810 – 1890

Was du uns componiert
Nie seinen Wert verliert
Empfang dafür als Lohn
Des Himmels Siegeskron

A.H.“

 

Bourbakisoldaten: Grabmal am östlichen Rand des Friedhofs auf dem Storenberg

Gegen Ende des deutsch-französischen Krieges von 1870/71 ersuchte die französische „Ostarmee“ des Generals Bourbaki um Internierung in der Schweiz. Die Truppen waren völlig erschöpft und von deutschen Kräften eingekesselt. Am 1. Februar 1871 überschritten 87000 ausgehungerte, halb erfrorene Soldaten im Neuenburger Jura die Schweizer Grenze.

Sie wurden auf die Kantone verteilt. So kamen auch Bourbaki – Internierte nach Müllheim. Sie wurden unter anderem für den Bau der Thurverbauung eingesetzt. Nach dem Friedensschluss kehrten sie bis zum 24. März 1871 in ihre Heimat zurück.

Für die während der Internierung Verstorbenen wurde der Gedenkstein auf dem Friedhof gesetzt.Bourbaki

Die Gravur auf der Vorderseite hat folgenden Wortlaut:

„Zur Erinnerung an die im Jahre 1871 im Militairlazareth Grüneck verstorbenen Internirten der Bourbakischen Armee“

Auf den Seiten sind folgende Namen eingraviert:

„Charles Rochet d’Andlau
Emile Miole d’Indaguel
Auguste Gillet, dept. Loire
Felix Bezine de Champlot
Alfred Guillot de Tours
Eugene Grimme de Lure“