„Die Restaurierung der grossen Renovation von 1902 angepasst“

Die Restaurierung der grossen Renovation von 1902 angepasst1

Schon vor 7 Jahren, bei der Planung der Innenrenovation, wurde die gleichzeitige Erneuerung des Kirchenäusseren in Erwägung gezogen, dann aber aus finanzpolitischen Gründen zurückgestellt. Trotzdem war klar, dass die Aussenrenovation nicht allzu lange auf sich warten lassen durfte, wollte man weitere Schäden an Verputz, Mauerwerk und Dachhaut verhindern.

Halbes Jahr Bauzeit

Im Juni 1982 entschloss sich die Kirchenvorsteherschaft, mit Präsident Alfred Pfister an der Spitze, der Kirchgemeinde ein Kreditbegehren von 432000 Franken vorzulegen, welches mit grosser Mehrheit bewilligt worden ist. Die Renovationsarbeiten wurden im April 1983 in Angriff genommen und konnten, nicht zuletzt auch wegen des prachtvollen Sommerwetters, planmässig nach halbjähriger Bauzeit im Oktober 1983 abgeschlossen werden.

Dem früheren Konzept angepasst

Das Restaurierungskonzept, von der kantonalen Denkmalpflege und der Kommission für kirchliche Bauten unterstützt, gab zu wenig Diskussionen Anlass. Man entschloss sich, das Äussere in seiner Form und Gestaltung beizubehalten und die bautechnischen Erneuerungen der vorhandenen Bausubstanz unterzuordnen und anzupassen. Die Farbgebung wurde in ihrer Grundhaltung belassen, aber durch einige Verfeinerungen ergänzt und so dem Konzept der letzten grossen Renovation von 1902 wieder angepasst.

Gesunde Bausubstanz erhalten

Bei den eigentlichen Renovationsarbeiten wurde versucht, wenn immer möglich die gesunde, vorhandene Bausubstanz zu erhalten. So zeigte es sich, dass die aus dem Jahre 1886 stammenden

Zinkblechschindeln der Turmdeckung zum grossen Teil wieder verwendet werden konnten. Sie wurden entfernt, aus Beständen der kantonalen Denkmalpflege ergänzt und mit rostfreien Nägeln wiederbefestigt. Desgleichen wurden die Turmkugeln samt Güggel, alle 120 Jahre alt, demontiert, revidiert, vergoldet und wieder angebracht. Das verwitterte eiserne Turmkreuz, Zeichen der ehemals paritätischen Kirche, musste ersetzt werden, ebenso jenes aus Sandstein auf dem Westgiebel des Kirchenschiffes. Die Blechanschlüsse des Turmdaches wurden neu erstellt, wie auch die Blitzschutzanlage, Jalousien der Schallöffnungen, Zifferblätter und Zeiger der Turmuhr. Ergänzungen und Erneuerungen im technischen Bereich betrafen die im Jahre 1947 eingebauten Glockenanlagen und Läutmaschinen. Eine bauliche Veränderung erfuhr zum zweiten Male der Haupteingang, dessen Vorbau verlängert wurde und nunmehr die Funktion des Windfanges mit einer Zweiten Türe erfüllen kann.

Fassade neu verputzt

Die Fassadenputzflächen wurden teilweise abgeschlagen und neu verputzt. Grosse Teile des Kirchen Schiffes befanden sich in gutem Zustand, wogegen die Turmfassaden doch erhebliche Schäden aufwiesen. Die Ursache lag in der unterSchiedlichen Qualität des Verputzes sowie der ungenügenden Haftung auf den verschiedenen Untergründen. Die Sandsteinpartien bei den Eingängen und Fenstergewänden wurden durch Einsetzen von Vierungen, Aufmodellieren mit künstlichem Sandstein und Nachhauen der Profile wieder in Stand gestellt.

Ein Dank an alle

Die Zukunft wird zeigen, wie lange das (neue Gewand die Kirche trotz der Belastung durch Luftverschmutzung zu schützen vermag. Alle an der Restaurierung Beteiligten haben jedenfalls mit sauberer, fachmännischer Arbeit alles in ihren Kräften stehende dazu beigetragen, wofür wir ihnen Anerkennung und Dank abstatten. Gleichermassen gilt dieser Dank auch der Denkmalpflege, der Kommission für kirchliche Bauten und der Kirchenvorsteherschaft für das sehr gute Einvernehmen und Vertrauen, nicht zuletzt aber auch der ganzen Kirchgemeinde Müllheim für die Zustimmung zum Kreditgesuch, welche die Restaurierung erst ermöglicht hat.

Scherrer + Hartung, Architekten, Kreuzlingen

Die goldene Kugel auf dem Turm